Claude Skills, einfach erklärt.
Und was sie einem Betrieb bringen, der keine Entwickler hat.
Vor einem Jahr hat in Deutschland kaum jemand nach „Claude Skills" gesucht. Heute sind es jeden Monat Tausende. Die meisten Erklärungen dazu sind für Entwickler geschrieben: Ordnerstrukturen, Kommandozeile, GitHub-Listen mit 500 Skills.
Diese hier nicht. Sie ist für alle, die wissen wollen, ob sich das für den eigenen Betrieb lohnt, und was man dafür tun muss.
Kurz gesagt: Ein Skill ist eine Arbeitsanleitung für die KI. Sie beschreibt, wie eine bestimmte Aufgabe in Ihrem Betrieb erledigt wird. Die KI liest sie von selbst, sobald die Aufgabe ansteht.
Eine Textdatei, die zur richtigen Zeit gelesen wird
Technisch ist ein Skill ein Ordner. Darin liegt eine Datei namens SKILL.md: oben ein Name und ein Satz, wann der Skill gebraucht wird, darunter die eigentliche Anleitung. Dazu können Vorlagen, Beispieltexte oder kleine Skripte kommen.
Der Trick liegt im Timing. Die KI kennt von jedem Skill zunächst nur Name und Kurzbeschreibung. Erst wenn eine Anfrage dazu passt, liest sie den Rest. Sie können also Dutzende Skills hinterlegen, ohne dass die KI davon langsamer oder verwirrter wird.
Anthropic hat das Format für Claude eingeführt und als offenen Standard veröffentlicht. Inzwischen gibt es Skills auch in ChatGPT. Wer einen Skill sauber schreibt, kann ihn also in beiden Werkzeugen nutzen.
So sieht ein Skill aus
Ein ausgedachter Sanitärbetrieb, eine Aufgabe: Angebote schreiben. Mehr steckt nicht dahinter.
--- name: angebot-schreiben description: Nutze diesen Skill, wenn ein Angebot für einen Kunden erstellt oder geprüft wird. --- # Angebote bei Müller Haustechnik ## Aufbau 1. Anrede mit Namen, nie „Sehr geehrte Damen und Herren“ 2. Kurz das Problem des Kunden in seinen Worten 3. Positionen nach Gewerk, Anfahrt immer separat ## Muss immer rein - Hinweis auf Förderfähigkeit bei Heizungstausch - Gültigkeit: 30 Tage ## Vor dem Abschicken prüfen - Stimmen Mengen und Einheiten? - Über 20.000 €? Dann an den Chef zur Freigabe.
Fragt jetzt irgendwer im Betrieb „Schreib mir ein Angebot für Frau Schulze, neue Therme“, greift die KI zu diesem Skill. Die Anfahrt steht separat, der Förderhinweis ist drin, und über 20.000 € kommt der Hinweis auf die Freigabe. Egal, ob der Azubi fragt oder die Meisterin.
Prompt, Projekt, Skill: was ist was?
Prompt
Gilt für eine Frage. Beim nächsten Mal tippt man ihn wieder, oder jemand anderes tippt einen schlechteren.
Projekt oder Custom GPT
Ein Arbeitsraum mit festem Hintergrundwissen. Hilft nur, wenn man daran denkt, ihn zu öffnen.
Skill
Gehört zu einer Aufgabe, nicht zu einem Raum. Die KI zieht ihn selbst heran, sobald die Aufgabe ansteht.
Das Wissen hängt nicht mehr an einzelnen Köpfen
Was ein Skill nicht kann: eine Aufgabe retten, die im Betrieb selbst nicht geklärt ist. Wenn drei Leute Reklamationen auf drei Arten bearbeiten, muss erst jemand entscheiden, welche Art gilt.
Die Datei ist der leichte Teil
Ehrlich gesagt: Einen einfachen Skill schreiben Sie an einem Nachmittag selbst. Programmieren muss dafür niemand. Wenn Sie genau wissen, wie eine Aufgabe laufen soll, und Zeit zum Ausprobieren haben, fangen Sie einfach an.
Schwer wird es an anderer Stelle. Das Wissen steckt selten in einem Handbuch, sondern in Köpfen. Es muss jemand die richtigen Fragen stellen, die Sonderfälle finden und den Skill so lange an echten Fällen testen, bis er zuverlässig arbeitet. Und nach jedem größeren Modell-Update noch einmal prüfen, ob er das immer noch tut.
Genau diesen Teil übernehmen wir. So bauen wir KI-Skills für Betriebe.
Im Skill stehen Regeln, keine Kundendaten
Ein Skill beschreibt, wie Sie arbeiten. Namen, Adressen oder Verträge Ihrer Kunden gehören nicht hinein. Die Datenschutzfrage stellt sich deshalb weniger beim Skill als bei dem, was Ihre Leute im Alltag in die KI eingeben.
Das regeln der Tarif, den Sie beim Anbieter buchen, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag. Wie das bei ChatGPT aussieht, steht in unserem Leitfaden zu ChatGPT im Unternehmen. Sollen sensible Daten das Haus gar nicht erst verlassen, laufen Skills auch auf einem selbst gehosteten KI-Assistenten.
Häufige Fragen zu Claude Skills
Was sind Claude Skills?
Ein Skill ist ein Ordner mit einer Anleitung für eine bestimmte Aufgabe: eine Textdatei namens SKILL.md, dazu bei Bedarf Vorlagen, Beispiele oder kleine Skripte. Claude liest zunächst nur Name und Kurzbeschreibung jedes Skills. Passt eine Aufgabe dazu, lädt es den Rest und arbeitet danach.
Gibt es Skills auch für ChatGPT?
Ja. Anthropic hat Skills als offenes Format veröffentlicht, OpenAI hat es für ChatGPT übernommen. Ein gut geschriebener Skill lässt sich deshalb mit wenig Aufwand in beiden Werkzeugen nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Skill und einem Projekt oder Custom GPT?
Ein Projekt oder GPT ist ein Arbeitsraum mit festem Hintergrundwissen, den man bewusst öffnet. Ein Skill ist an eine Aufgabe gebunden und wird von der KI selbst herangezogen, sobald die Aufgabe ansteht, egal in welchem Gespräch. Man muss nicht wissen, dass es ihn gibt.
Kann ich Skills selbst schreiben?
Ja. Ein einfacher Skill ist eine Textdatei, dafür braucht niemand Programmierkenntnisse. Schwierig ist nicht die Datei, sondern der Inhalt: die Sonderfälle und ungeschriebenen Regeln aus den Köpfen Ihrer Leute zu holen und so lange an echten Fällen zu testen, bis die Ergebnisse stimmen.
Sind Skills datenschutzkonform?
Ein Skill enthält Ihre Arbeitsweise, keine Kundendaten. Die Datenschutzfrage stellt sich bei dem, was Ihre Leute danach in die KI eingeben. Das regeln der Tarif des Anbieters und ein Auftragsverarbeitungsvertrag. Wer sensible Daten gar nicht erst herausgeben will, nutzt ein selbst gehostetes System.